Mein erster Eintrag

erstmal zu mir. Ich bin 25 und Soldat und ja ich bin Alkoholkrank. Warum ich mir diese Seite ausgesucht habe? hmm… in erster Linie einfach um mir den Kummer von der Seele zu tippen. ob es mich interessiert wenn es andere lesen? nein überhaupt nicht werde aber zum Schutz derer, die Namen ändern.

Wo soll ich Anfangen? Wie ich zum Alkoholiker wurde wird im Laufe der Zeit mal geklärt. Heute geht es mir um ein anderes Problem und zwar wie Angehörige von Alkoholiker mit uns umgehen. Aus meiner Sicht natürlich.

Als ich mich „outete“ wurde es relativ gefasst aufgenommen und diejenigen die ich heute meine Freunde nenne, von denen weiß ich das sie es auch sind. Andere widerrum wo ich dachte sie seien welche, von den wurde ich maßlos enttäuscht. Komischerweise haben auch einige von den ein Alkoholproblem aber gut ich bin kein Arzt. Als letzte in den Personenkreis den ich jetzt mal mit rein nehme sind die gescheiterten Beziehungen. Warum? Weil das im Moment ein ziemlich aktuelles Thema.

Zu den gescheiterten Beziehungen ( 3 an der Zahl) fangen wir bei der ersteren an:

Julia – Rückblickend betrachtet was diese Beziehung eine Folter für mich. Sie mochte meine Freunde nicht, weswegen ich mich von Ihnen Entfernte. Es gab fast täglich Streit über Geld. Ich war zu dem Zeitpunkt Alleinverdiener und als 20 jähriger der den Unterhalt ohne Ausbildung für zwei Menschen und einem Hund zu verdienen war nicht einfach. Ich arbeitete nicht selten 7 Tage die Woche um genügen Geld zu verdienen um nicht unterzugehen. und wenn ich mal ein paar gute Wochen hatte zwackte sie stehts Geld ab um sich teure Schuhe, Taschen oder Schmuck zu kaufen, was widerrum zum Streit führte. Der Streit eskalierte auch des öfteren so sehr das ich von Ihr Geschlagen wurde, aber dennoch blieb ich bei Ihr, weil Ich dachte das wäre meine einzige und letzte Freundin. Mit dem Selbstbewusstsein ging es also bergab. ich griff des öfteren zur Flasche, wobei es bei einer meist nicht blieb. Ich konnte dank dem Alkohol schlafen und bis einer gewissen Menge war ich am nächsten Tag trotzdem top fit, also lag fälschlicher Weise meine Lösung im Alkohol. Dies ging viele Jahre so. Als ich zur Bundeswehr ging, hatte ich zumindest unter der Woche gewissen Abstand zu ihr und man freute sich sogar auf das Wochenende und hoffte das es kein Streit gibt. Doch es kam wie es kommen sollte es war dann Schluss. Aber da ich zu der Zeit noch kaum Selbstbewusstsein hatte tat ich vergebens alles daran das irgendwie trotzdem zu versuchen was meines Erachtens sehr viel Kraft kostete. Bis ich dann doch endlich von Ihr geheilt wurde. Nachdem mein großer Bruder verstarb, was das einzige was sie Interessierte ob ich ihr nicht trotzdem beim Umzug helfen könnte und ob ich ihr nicht dazu noch Geld leihen könnte. Ab da war mir eigentlich klar das es ein Ende geben muss, doch das kam später als mir lieb war.

Tami – Tami traf ich in der Entwöhnungsklinik Furth im Wald. Es fing eigentlich ganz Harmlos an sie war eine Frau mitte 30.  Ich hab mir am Anfang nicht viel dabei gedacht da ich in diesem Moment eigene Probleme hatte. Aber flirten tut ja bekanntlich nicht weh. dies ging solange bis sie mir, ja man muss fast sagen, ihre Nummer aufgezwängt hat. An einem Wochenende wo in der Regel kaum etwas los war, bekam ich Hunger und fragte Sie ob sie nicht einfach mitkommen wollte. Also gingen wir Essen. Das Restaurant hieß Jagdhütte und war an der deutsch – tschechischen Grenze. Super Essen spott billig. Es war ein schönes Date wir unterhielten uns und das knistern kam nicht nut vom Kamin. Nach dem Essen fuhren wir wieder zurück in die Klinik und wir gingen auf unsere Zimmer. Dann bekam ich ne Nachricht das Sie gerne kuscheln würde. Also sagte ich ihr sie könne runterkommen dann hätte sie jemanden. Ja beim Kuscheln blieb es nicht. Wir waren eines von diesen Klinik Pärchen. Was nicht grad einfach war da die Klinik und besonders meine Therapeutin nicht so begeistert waren, da es die Therapie und meine Ziele gefährden könnte. Aber das Gegenteil war der Fall wir motivierten weiterzumachen, auch am Ende hin wo einfach nur die Luft raus war und man einfach keine Nerven mehr für die Therapie hatte. Ob es Liebe war? Schwer zu sagen, ich denke eher es war Verliebtheit und einfach jemand der das selbe Problem hat wie man selbst, das verband uns irgendwie. Aber um mit Tami zum Ende zu kommen muss ich mit Saskia schon beginnen.

Saskia(vor 3 Jahren) – Sie war am Anfang nur ein Schwarm, ein unerreichbares Ideal für mich. Ich habe sie einfach mal beiläufig bei einem Freund kennengelernt und seitdem bekam ich sie nicht mehr aus dem Kopf. Sie war zu derzeit in einer Beziehung und ich auch mit Julia. Dennoch wagte ich es schon damals, als ich erfuhr das sie Krank gewesen sei, besorgte ich einen Strauß Blumen und auf der Karte schrieb ich meine Handynummer auf und mein Freund gab ihn ihr dann, einfach aus dem Grund da ihr Freund furchtbar Eifersüchtig gewesen war oder vielleicht immer noch ist. Auf jeden Fall meldete sie sich daraufhin bei mir und wir schrieben ein wenig über whatsapp. Das ganze war natürlich ein Spiel mit dem Feuer da auch meine damalige Freundin wie schon bekannt ein Biest gewesen ist. Aber Sie löste in mir was aus was ich schon lang verloren geglaubt habe. Ich fing wieder an zu lieben und das eine Frau die ich da kaum kannte. Aber der Kontakt verlief im Sand und sie heiratete ihren Freund. Ab da wusste ich es sei rumm und ich versuchte sie zu vergessen was mir natürlich nicht gelang.

Saskia (Heute)- Als ich aus der Therapie kam wusste ich das ich mein Leben nochmal komplett alles von vorn beginnen müsste. Ich machte mit Tamara Schluss als ich ein paar Tage wieder daheim war. So vergingen Tage wo sich sehr viel getan hat ich räumte mein komplettes Leben um. Räumte auf um alle spuren aus meiner flüssigen Phase zu beseitigen. kaufte eine Wohnwand um zumindest ein wenig Gemütlichkeit zu schaffen und dann hörte ich von meinen Freund recht beiläufig das Saskia geschieden ist. Ab da schlug mein Herz schneller als ich nur ihren Namen hörte. Ich habe mehrere Tage überlegt wie ich mich melden könnte ohne das es komisch klingt. Also war ich recht spontan. Dennoch hatten die Blumen scheinbar vor drei Jahren ihre Wirkung nicht verfehlt gehabt. Wir schrieben uns und dann trafen wir uns auf ein Kaffee. Das erste was ich tat war ich habe sie geküsst nach drei Jahren hab ich endlich meine Traumfrau geküsst und sie hat ihn erwiedert. Ab dem Zeitpunkt wusste ich endlich was mir all die Jahre fehlte. Sie war es. Mein Freund war nicht besonders begeistert davon und warnte mich auch ich solle mich wieder in etwas verrennen. Doch ich hörte auf mein Herz. Alle Stimmen die vorsicht äußerten schaltete ich ab und ignorierte Sie und mehrere Monate schien alles perfekt. Bis Ostern… Ich hatte ein Selbstexperiment gewagt und hab etwas leckeres gekocht und dazu eine Flasche Wein. Irgendwie wollte ich mir selbst beweisen das ich die Krankheit kontrolliere und nicht die Krankheit mich. Ja ich weiß, jeder der auch nur ein wenig Ahnung von einer Suchtkrankheit weiß das es eine sehr dumme Idee ist. Aber ich tat es ich aß gut und trank die Flasche Wein und hörte nach der auch wieder auf und ging dann schlafen. Da Ich es aber meiner Freundin nicht verheimlichen wollte erzählte ich ihr von dem Rückfall. Sie war natürlich nicht begeistert und sagte sie müsse nachdenken. Jeder Mann weiß, wenn eine Frau nachdenken muss, heißt das nichts gutes. So kam es auch sie schrieb mir am nächsten Mittag das es AUS sei. Das zog mir förmlich den Boden unter den Füßen weg und wusste im ersten Moment gar nicht wie ich damit umgehen soll. Kleiner Wermutstropfen ist ich habe nicht getrunken. Dennoch versuchte ich mich zu erklären aber eine Aussage brannte sich förmlich in mein Gedächtnis:“ Egal wie viel Mühe du dir, gibst diese Krankheit wird immer zwischen uns stehen. Ich liebe dich aber ich kann nicht mit dir zusammen sein.“ also stand ich ziemlich Planlos da. Alle Hoffnungen, Träume und Gefühle sind wie Seifenblasen geplatzt. Und jedes von dene brannte wie Säure auf meiner Seele. Mit einer Flasche habe ich mir alles eingerissen was ich mir meiner Traumfrau aufbaute. Sicher manche sagen, wenn Sie dich deswegen verlasse wer weiß was passiert wäre wenn ein richtiges Problem gäbe. Aber wieder interessierten mich diese Stimmen kein Stück. Ich überlegte lieber wie ich so etwas wieder ins Lot bringen konnte.

Aber eines hat mich diese Krankheit positives gelehrt, man kann neu Anfangen und wieder nach seiner Zeit den Blick in die Zukunft richten und aus vergangenen Fehlern lernen. Jeder Mensch macht Fehler. Genau das ist es was uns ausmacht. Also sollte das hier jemand lesen. nimm den Kopf hoch und schau nach vorn du bist Wundervoll so wie du bist.

 

 

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