Liebe in der heutigen Gesellschaft

Dieses Lied spiegelt im Moment eigentlich meine Situation wieder und in vielen Gruppen auch in den Selbsthilfegruppen ist dies auch immer mal wieder Aktuell. Das Thema Liebe.

Ich hab ja schon über meine gescheiterten Beziehungen geschrieben, deswegen roll ich das nicht mehr direkt auf. Aber mir erzählte einer in unserer Gruppe das er es nicht verstehen kann das er keine Frau finden könne. Er hat wie ich sich die größte Mühe gegeben eine Beziehung zu halten. Hat Ihr jeden Wunsch erfüllt soweit es in seinen Mitteln war. Hat sie umsorgt und war immer ehrlich und treu. Er fragte dann ob es sein kann das dieses gar nicht gesucht wird. Dies gab mir zu denken. Denn ich aus meiner Sicht erwarte von meinem Partner genau das was ich auch von mir selbst erwarte, dass man immer Ehrlich ist und immer Treu bleibt und sich liebt egal ob man den Partner im Moment erwürgen könne oder nicht. Doch so jemanden zu finden ist nicht leicht da die Gesellschaft mittlerweile dazu ausgelegt ist das man sich lieber eine neue Beziehung sucht, anstatt die Bestehende zu reparieren. So kommt es mir zumindest in meiner Altersgruppe vor. Zu viele Menschen sind nur auf sich bedacht und kümmern sich nicht um die Gefühle anderer, obwohl sie meinen sie seien Hilfsbereit. Für ihre Freunde, das mag sein, aber für ihren Partner nicht. Dies ist etwas was mir unlogisch vorkommt. Denn ein Partner ist nicht nur die Person die man Sex hat. Ein Partner ist weit mehr, ein bester Freund, ein Hafen wenn man selbst nicht mehr nach Hause findet. Er ist ein Vertrauter der dich kennt und dich liebt, wenn man mal Mist gebaut hat und dir unter die Arme greift wenn man Hilfe braucht.

Doch wir leben in einer kaputten Gesellschaft, wo immer alles neu. und alles funktionieren muss. Mir kommt das vor das den Menschen deren Autos mehr wert ist wie ihre Beziehung. Denn viele von dene Reparieren lieber ihre Autos anstatt ständig neue zu kaufen. Sicherlich mein Auto hat mich im Gegensatz zu Frauen nie enttäuscht aber auch bei denen hab ich viel Kraft und arbeit reingesteckt. Warum denn nicht auch bei Menschen. Diese Antwort ist meiner Meinung nach ziemlich Simpel. Die Menschen haben verlernt sich selbst zu lieben. Deswegen suchen sie sich die Liebe woanders. Wobei diese Menschen Liebe und Verliebtheit verwechseln. Sie werden süchtig nach dem verlieben. Egal in wen Hauptsache der Mensch lässt mich in einem positiveren Licht erscheinen und sollte dieses Licht einmal nicht mehr so Hell scheinen suchen sie sich einen Menschen wo das Licht heller scheint. Ohne Rücksicht auf den Menschen. Sie sind also ständig auf der Suche nach diesem Verliebtheitsgefühl. Wären sogar recht Süchtig danach und sind nie Zufrieden mit dem was haben. Das macht nicht nur sie selbst kaputt sondern auch die Menschen den Sie vielleicht etwas bedeutet haben…

Suchtdruck

Während meiner Zeit in Therapie fiel öfter der Begriff Suchtdruck und das so häufig das man es nicht mehr hören konnte. Zu dem Zeitpunkt wusste ich ja noch nicht was damit gemeint war, da ich es selbst noch nicht erlebt hatte. Aber wie vieles gibt es immer ein erstes mal und wenn ich daran denke, wird mir unwohl dabei. Es fühlt sich an wie ein innerer Kampf aber einen das von Anfang an klar ist wer gewinnt. Ich weiß noch das ich einkaufen gehen wollte um meinen unbännbaren Appetit auf Schokolade zu besänftigen und als ich die Straße so hinab ging über kam es mich. Es fing an mit einem kleinen flüchtigen Gedanken, man könne ja jetzt eins trinken bekommt ja keiner mit. So schnell wie dieser Gedanke kam ging er auch wieder aber dabei sollte es nicht bleiben. Immer und immer wieder kam dieser Gedanke auf. Es ist wie dieser Kampf mit dem gutem und schlechten Gewissen auf der Schulter. Jeder Flüstert dir irgendetwas anderes ins Ohr. Von diesem innerlichen Kampf bekam ich Schweißausbrüche und Herzrasen. Mein Kopf wollte so sehr diesen Alkohol das ich das Bier schon förmlich schmeckte und als mir dann die Tränen kamen wollte ich einfach nicht mehr. Ich blieb stehen und atmete ganz tief durch um zumindest kurz ein klaren Gedanken zu bekommen. Ich wusste das mein Kopf was zu trinken wollte also gab ich ihm etwas aber kein Alkohol, sondern versuchte ihn mit einem Red Bull zu besänftigen. Das half zum Glück. Das und natürlich die Schokolade die den Weg leider nicht überlebt hat.

Das war mein erster starker Anfall von Suchtdruck. Mittlerweile begleitet er mich jeden Tag. Überall wenn ich irgendwo vorbei fahre, sitzt da diese kleine Teufel und versucht mir zu sagen das es dort was zu trinken gibt. Vor allem wenn ich allein bin und es mir So oder So schon mies geht das macht diesen kleinen innerlichen Kampf nicht leichter.

Aber ich denke das jeder von uns diesen innerlichen Kampf hatte zwischen dem Guten und schlechten Gewissen. Zwischen Kopf und Herz entscheiden zu müssen. Diese Entscheidungen zeichnen einen Menschen aus und definieren wer du bist. Denn dein ganzes Leben ist eine Aneinanderreihung von Entscheidungen. Ob du die richtige oder falsche Entscheidung triffst liegt allein an dir, ob du diese Entscheidung mit deinem Gewissen vereinbaren kannst. Man sollte aber immer Bedenken das Entscheidungen auch Konsequenzen haben. Manchmal verletzt man Gefühle anderer oder vielleicht auch nur seine eigenen, deswegen sollte man gut über jede Entscheidung nachdenken. Bevor man das geschehene nicht rückgängig machen kann.

Mein erster Eintrag

erstmal zu mir. Ich bin 25 und Soldat und ja ich bin Alkoholkrank. Warum ich mir diese Seite ausgesucht habe? hmm… in erster Linie einfach um mir den Kummer von der Seele zu tippen. ob es mich interessiert wenn es andere lesen? nein überhaupt nicht werde aber zum Schutz derer, die Namen ändern.

Wo soll ich Anfangen? Wie ich zum Alkoholiker wurde wird im Laufe der Zeit mal geklärt. Heute geht es mir um ein anderes Problem und zwar wie Angehörige von Alkoholiker mit uns umgehen. Aus meiner Sicht natürlich.

Als ich mich „outete“ wurde es relativ gefasst aufgenommen und diejenigen die ich heute meine Freunde nenne, von denen weiß ich das sie es auch sind. Andere widerrum wo ich dachte sie seien welche, von den wurde ich maßlos enttäuscht. Komischerweise haben auch einige von den ein Alkoholproblem aber gut ich bin kein Arzt. Als letzte in den Personenkreis den ich jetzt mal mit rein nehme sind die gescheiterten Beziehungen. Warum? Weil das im Moment ein ziemlich aktuelles Thema.

Zu den gescheiterten Beziehungen ( 3 an der Zahl) fangen wir bei der ersteren an:

Julia – Rückblickend betrachtet was diese Beziehung eine Folter für mich. Sie mochte meine Freunde nicht, weswegen ich mich von Ihnen Entfernte. Es gab fast täglich Streit über Geld. Ich war zu dem Zeitpunkt Alleinverdiener und als 20 jähriger der den Unterhalt ohne Ausbildung für zwei Menschen und einem Hund zu verdienen war nicht einfach. Ich arbeitete nicht selten 7 Tage die Woche um genügen Geld zu verdienen um nicht unterzugehen. und wenn ich mal ein paar gute Wochen hatte zwackte sie stehts Geld ab um sich teure Schuhe, Taschen oder Schmuck zu kaufen, was widerrum zum Streit führte. Der Streit eskalierte auch des öfteren so sehr das ich von Ihr Geschlagen wurde, aber dennoch blieb ich bei Ihr, weil Ich dachte das wäre meine einzige und letzte Freundin. Mit dem Selbstbewusstsein ging es also bergab. ich griff des öfteren zur Flasche, wobei es bei einer meist nicht blieb. Ich konnte dank dem Alkohol schlafen und bis einer gewissen Menge war ich am nächsten Tag trotzdem top fit, also lag fälschlicher Weise meine Lösung im Alkohol. Dies ging viele Jahre so. Als ich zur Bundeswehr ging, hatte ich zumindest unter der Woche gewissen Abstand zu ihr und man freute sich sogar auf das Wochenende und hoffte das es kein Streit gibt. Doch es kam wie es kommen sollte es war dann Schluss. Aber da ich zu der Zeit noch kaum Selbstbewusstsein hatte tat ich vergebens alles daran das irgendwie trotzdem zu versuchen was meines Erachtens sehr viel Kraft kostete. Bis ich dann doch endlich von Ihr geheilt wurde. Nachdem mein großer Bruder verstarb, was das einzige was sie Interessierte ob ich ihr nicht trotzdem beim Umzug helfen könnte und ob ich ihr nicht dazu noch Geld leihen könnte. Ab da war mir eigentlich klar das es ein Ende geben muss, doch das kam später als mir lieb war.

Tami – Tami traf ich in der Entwöhnungsklinik Furth im Wald. Es fing eigentlich ganz Harmlos an sie war eine Frau mitte 30.  Ich hab mir am Anfang nicht viel dabei gedacht da ich in diesem Moment eigene Probleme hatte. Aber flirten tut ja bekanntlich nicht weh. dies ging solange bis sie mir, ja man muss fast sagen, ihre Nummer aufgezwängt hat. An einem Wochenende wo in der Regel kaum etwas los war, bekam ich Hunger und fragte Sie ob sie nicht einfach mitkommen wollte. Also gingen wir Essen. Das Restaurant hieß Jagdhütte und war an der deutsch – tschechischen Grenze. Super Essen spott billig. Es war ein schönes Date wir unterhielten uns und das knistern kam nicht nut vom Kamin. Nach dem Essen fuhren wir wieder zurück in die Klinik und wir gingen auf unsere Zimmer. Dann bekam ich ne Nachricht das Sie gerne kuscheln würde. Also sagte ich ihr sie könne runterkommen dann hätte sie jemanden. Ja beim Kuscheln blieb es nicht. Wir waren eines von diesen Klinik Pärchen. Was nicht grad einfach war da die Klinik und besonders meine Therapeutin nicht so begeistert waren, da es die Therapie und meine Ziele gefährden könnte. Aber das Gegenteil war der Fall wir motivierten weiterzumachen, auch am Ende hin wo einfach nur die Luft raus war und man einfach keine Nerven mehr für die Therapie hatte. Ob es Liebe war? Schwer zu sagen, ich denke eher es war Verliebtheit und einfach jemand der das selbe Problem hat wie man selbst, das verband uns irgendwie. Aber um mit Tami zum Ende zu kommen muss ich mit Saskia schon beginnen.

Saskia(vor 3 Jahren) – Sie war am Anfang nur ein Schwarm, ein unerreichbares Ideal für mich. Ich habe sie einfach mal beiläufig bei einem Freund kennengelernt und seitdem bekam ich sie nicht mehr aus dem Kopf. Sie war zu derzeit in einer Beziehung und ich auch mit Julia. Dennoch wagte ich es schon damals, als ich erfuhr das sie Krank gewesen sei, besorgte ich einen Strauß Blumen und auf der Karte schrieb ich meine Handynummer auf und mein Freund gab ihn ihr dann, einfach aus dem Grund da ihr Freund furchtbar Eifersüchtig gewesen war oder vielleicht immer noch ist. Auf jeden Fall meldete sie sich daraufhin bei mir und wir schrieben ein wenig über whatsapp. Das ganze war natürlich ein Spiel mit dem Feuer da auch meine damalige Freundin wie schon bekannt ein Biest gewesen ist. Aber Sie löste in mir was aus was ich schon lang verloren geglaubt habe. Ich fing wieder an zu lieben und das eine Frau die ich da kaum kannte. Aber der Kontakt verlief im Sand und sie heiratete ihren Freund. Ab da wusste ich es sei rumm und ich versuchte sie zu vergessen was mir natürlich nicht gelang.

Saskia (Heute)- Als ich aus der Therapie kam wusste ich das ich mein Leben nochmal komplett alles von vorn beginnen müsste. Ich machte mit Tamara Schluss als ich ein paar Tage wieder daheim war. So vergingen Tage wo sich sehr viel getan hat ich räumte mein komplettes Leben um. Räumte auf um alle spuren aus meiner flüssigen Phase zu beseitigen. kaufte eine Wohnwand um zumindest ein wenig Gemütlichkeit zu schaffen und dann hörte ich von meinen Freund recht beiläufig das Saskia geschieden ist. Ab da schlug mein Herz schneller als ich nur ihren Namen hörte. Ich habe mehrere Tage überlegt wie ich mich melden könnte ohne das es komisch klingt. Also war ich recht spontan. Dennoch hatten die Blumen scheinbar vor drei Jahren ihre Wirkung nicht verfehlt gehabt. Wir schrieben uns und dann trafen wir uns auf ein Kaffee. Das erste was ich tat war ich habe sie geküsst nach drei Jahren hab ich endlich meine Traumfrau geküsst und sie hat ihn erwiedert. Ab dem Zeitpunkt wusste ich endlich was mir all die Jahre fehlte. Sie war es. Mein Freund war nicht besonders begeistert davon und warnte mich auch ich solle mich wieder in etwas verrennen. Doch ich hörte auf mein Herz. Alle Stimmen die vorsicht äußerten schaltete ich ab und ignorierte Sie und mehrere Monate schien alles perfekt. Bis Ostern… Ich hatte ein Selbstexperiment gewagt und hab etwas leckeres gekocht und dazu eine Flasche Wein. Irgendwie wollte ich mir selbst beweisen das ich die Krankheit kontrolliere und nicht die Krankheit mich. Ja ich weiß, jeder der auch nur ein wenig Ahnung von einer Suchtkrankheit weiß das es eine sehr dumme Idee ist. Aber ich tat es ich aß gut und trank die Flasche Wein und hörte nach der auch wieder auf und ging dann schlafen. Da Ich es aber meiner Freundin nicht verheimlichen wollte erzählte ich ihr von dem Rückfall. Sie war natürlich nicht begeistert und sagte sie müsse nachdenken. Jeder Mann weiß, wenn eine Frau nachdenken muss, heißt das nichts gutes. So kam es auch sie schrieb mir am nächsten Mittag das es AUS sei. Das zog mir förmlich den Boden unter den Füßen weg und wusste im ersten Moment gar nicht wie ich damit umgehen soll. Kleiner Wermutstropfen ist ich habe nicht getrunken. Dennoch versuchte ich mich zu erklären aber eine Aussage brannte sich förmlich in mein Gedächtnis:“ Egal wie viel Mühe du dir, gibst diese Krankheit wird immer zwischen uns stehen. Ich liebe dich aber ich kann nicht mit dir zusammen sein.“ also stand ich ziemlich Planlos da. Alle Hoffnungen, Träume und Gefühle sind wie Seifenblasen geplatzt. Und jedes von dene brannte wie Säure auf meiner Seele. Mit einer Flasche habe ich mir alles eingerissen was ich mir meiner Traumfrau aufbaute. Sicher manche sagen, wenn Sie dich deswegen verlasse wer weiß was passiert wäre wenn ein richtiges Problem gäbe. Aber wieder interessierten mich diese Stimmen kein Stück. Ich überlegte lieber wie ich so etwas wieder ins Lot bringen konnte.

Aber eines hat mich diese Krankheit positives gelehrt, man kann neu Anfangen und wieder nach seiner Zeit den Blick in die Zukunft richten und aus vergangenen Fehlern lernen. Jeder Mensch macht Fehler. Genau das ist es was uns ausmacht. Also sollte das hier jemand lesen. nimm den Kopf hoch und schau nach vorn du bist Wundervoll so wie du bist.